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12.07.2020 Kategorie: Corona, Gemeinde Startseite, Gemeindeleben

#sonntagswort

von Pfr. Benedikt Sacha

Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Lk 5,5

Die Handgriffe sitzen. Der Fischer Simon weiß ganz genau was zu tun ist. Er hat Routine und ist gut in dem, was er tut. Jede Bewegung schon tausendmal ausgeführt. Immer in der gleichen Abfolge. Langweilig wird es ihm trotzdem nicht. Die Routine gibt ihm Sicherheit. Sie macht das Leben ein Stück weit planbar und berechenbar. Und das ist gut.

Ich kann das gut nachvollziehen. Mir geht es auch so. Routine schafft Vertrauen und Sicherheit. Man weiß, was man hat und was man bekommt.

Aber was ist, wenn die gewohnten Abläufe nicht mehr das gewünschte Ergebnis liefern oder wie bei uns in diesen Tagen nicht mehr möglich sind?

Gut, ist es in jedem Fall, wenn man dann nicht allein ist. Der Fischer Simon hat im heutigen Evangelium Jesus mit an Bord. Nach einer erfolglosen Nacht, in der die Routine keine vollen Netze zum Ergebnis hatte, rät er Simon: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!“

Eigentlich ist das widersinnig. Aber Simon vertraut den Worten Jesu, der eigentlich Zimmermann ist und keine Ahnung von der Fischerei hat. „Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.“ Er wagt sich mit Jesus auf unbekanntes Terrain und verlässt die Komfortzone, fährt in die ungewisse Tiefe. Er traut sich etwas. Am Ende sind die Netze des Petrus randvoll.

Wir müssen gerade auch lernen, dass manche Routinen nicht mehr funktionieren. Vieles ist nicht planbar und berechenbar. Das macht das Leben unsicher. Die Geschichte von Simon Petrus erzählt mir in diesen Tagen: Lass dich hinausschicken, wo es tief ist, ins Ungewisse. Du darfst wissen, Jesus ist mit dir dorthin unterwegs.

 „Fürchte dich nicht“, sagt Jesus zu Simon Petrus. Das gilt auch dir. Also wirf deine Netze aus.  Wage Neues. Du wirst sehen. Du wirst nicht leer ausgehen.

 Amen

Beitrag von Benedikt Sacha